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Ex.

Alles, was so nah schien, ist in weite Ferne gerückt. Alles, was fast schon bekommen, zollt der Sehnsucht Tribut und verschwindet mit einem Wort. Alles Schöne, was gerade noch berührt, hat sich verwischt und ist nur mehr lose aneinander gereihte Farbe. Alles, was so eben noch gehofft, dreht sich im Wind und wird Enttäuschung. Alles Traumhafte erliegt des Weckers lautem Ton. Alles, was gewonnen schien, war einfach nach Stunden schon wieder verloren und nie wieder gesehen.
Monotonie des Alltags wirkt trist und lässt jede Gedanken um Wochenende und Abwechslung kreisen und das Bett sehnt sich nach dem Wochenendsatin, weil es die Wochentagsbaumwolle hasst. Alles, was einem an die Traurigkeit des Alltags erinnert, hasst man vom ersten Tag an. Diese Langeweile, Tristesse und Hässlichkeit lässt einen schon vom Anfang an glauben, dass dies die Indikatoren der neuen Alltäglichkeit sind. Und schon am zweiten Tag bestätigt sich das. Man sehnt sich nach allem, was die vorher gekannte Freizeit geliebt: Schönheit, Zärtlichkeit und manchmal deine Stimme. Verschwendet scheint alles, was diesen Gefühlen und dem Erlebnis dieser Gefühle fern ist. Nie im Leben wird etwas wieder schön sein, wie diese Dinge.
Dein ganzes Leben lang wirst du dich nach diesen Dingen sehnen, aber du weißt ganz genau, dass du es nie wieder bekommen wirst. Du bist traurig, wenn du sie siehst, wenn sie mit ihrem neuen Freund an dir vorüber geht. Du denkst dir, dass er besser aussieht, als du und du verlierst wieder einen Funken Hoffnung, als du siehst, wie er ihre Hand hält. Und du siehst, wie sie ihre Hände voneinander trennen, um sie in die hinteren Hosentaschen des anderen zu stecken. Und als sie vorbei gehen, sieht er kurz hoch, sieht dich an und sagt dir damit, dass du verloren hast. Du hast alles, was du geliebt hast, verloren. Und er hasst dich, weil du sie geschlagen hast. Sie hasst dich, weil du sie geschlagen hast. Du hasst dich selbst nicht, weil du sie geschlagen hast. Du findest, sie hat es verdient. Sie hat ja dein Herz gebrochen. Du fragst dich, warum er nicht herkommt und dich schlägt. Er hat es nicht nötig. Vendetta ist nicht seine Sache. Er hat es sich überlegt, ob er dich schlagen soll, aber er wollte sich nicht auf dein Niveau begeben. Und jetzt hat er deine einzige Liebe im Arm, streichelt sie, küsst sie und du überlegst dir, was du machen könntest, um sie zurück zu gewinnen. Das denkst du dir jeden Tag.
Dann rutscht du in deinen Alltag zurück: Langeweile, Tristesse und Hässlichkeit. Du siehst dich um und den einzigen Menschen, den du siehst, bist du selbst. Im Spiegel. Du hasst diesen Anblick. Und denkst darüber nach, ob du sie je verdient hast und du weißt, dass dem nicht so ist. Du erträgst es nicht mehr und du schwörst dir: ‚Wenn ich sie das nächste Mal sehe, bringe ich sie um!’
19.8.07 23:32
 


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